Luxus-Wellness
Metamorphose in der Muschel

Abschalten in der Mittagspause. Komplett abschalten! Geht das? Phase3 hat sich auf die Suche nach der ultimativen Blitz-Entspannung gemacht. Und sie gefunden: Im Rachen eines tonnenschweren Tieres.
Wenn sich die Muschel schließt, dringt kein Geräusch und kein Licht mehr durch die Schalen aus Goldperlmutt. Vollkommene Stille, vollkommene Dunkelheit. Auf 700 Litern Magnesiumsulfat-Sole treibt der Körper wie auf dem Salzwasser des Toten Meeres. Schwerelos. Tiefenentspannung für die Muskeln. In Abwesenheit von Außenreizen erreichen die Gehirnfrequenzen den Alphazustand. Den kennen sonst nur buddhistische Mönche während tiefer Meditation.
Die Muschel steht im „Day Spa“, einem Wellness-Tempel an der Friedrichstraße im Herzen Berlins. Das goldene Schalentier ist die optisch gelungene Interpretation eines Isolationstanks. Diese mit hochkonzentriertem Salzwasser gefüllten Wannen erobern immer mehr Wohlfühloasen in Deutschland. Entspannung-Schweben, Floating, eine Grenzerfahrung.
Den Kosmos in uns ausloten. Für diesen Zweck entwickelte der für seine LSD-Experimente bekannte US-Neurologe John C. Lilly in den 1950er Jahren den Isolationstank. Seine Idee: In körperwarmem Salzwasser, bei Entzug sinnlicher Reize entdeckt unser Körper sich selbst. Die Körpergrenzen verschwimmen, nur noch der eigene Herzschlag. Irgendwann beginnt dann das Gehirn, sich mit sich selbst zu beschäftigen, erzeugt Halluzinationen.
So weit muss niemand gehen, der sich in die Muschel begibt. Ein künstlicher Sternenhimmel und Entspannungsmusik lassen sich per Knopfdruck anschalten. Am Anfang fällt es noch schwer, loszulassen, die Muskeln völlig zu entspannen. Unruhiges Umhertreiben im Muschelwasser. Doch das Schweben lässt sich üben. Mit dem nötigen Kleingeld: 30 Minuten kosten 48 Euro, eine Stunde 68 Euro. Und schon der zweite oder dritte Besuch in der Muschel wird zur perfekten Auszeit.

Oktober 4th, 2007
#1. Shelbyfreak
Kommen aus der Muschel auch schöne Menschen raus?