Schläge rot-weiß

White-collar-Boxing

Schläge rot-weiß


Blut am Kragen: Edward Norton
im Film Fight Club

Golf tut einfach nicht weh. Die neue Trend-Sportart der Manager ist Boxen. „Einstecken, austeilen, hinfallen, wieder aufstehen“, ist etwa das Motto des „Fight Clubs“ in Hamburg. Aber es geht nicht nur um den Sport. Beim „White collar Boxing“ lernen die Chefs fürs Leben.

Zweimal in der Woche legen Bänker, Rechtsanwälte und Manager den Aktenkoffer ab, knöpfen das Hemd auf und schlagen. Früher galt Boxen als Sportart der Arbeiter. Das ist vorbei. Spätestens seit David Fincher in seinem Film “Fight Club” Edward Norton mit Faushieben gegen sein Alterego antreten ließ, bis das Blut auf den Schlips kleckerte. „Es kommt alles zusammen beim Boxen“, sagt Tim Tuchel, Geschäftsführer des „Fight Clubs“. Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Technik und Taktik – wer im Ring Prügel einstecken muss, darf nicht gleich wild um sich, nicht zurück schlagen. Genau wie im Büro-Leben. Im übertragenen Sinne – natürlich.

Boxen entspannt

Alle sechs Monate wird es ernst. Dann veranstaltet Tuchel Kampfabende vor Publikum. Dreimal drei Minuten stehen sich die Manager im Ring gegenüber. Ums Gewinnen geht es aber nicht – schließlich wollen alle am nächsten Tag ins Büro gehen. „Man bekommt richtig den Kopf frei“, sagt Geschäftsmann Christoph Leinecke. „Außerdem ist die Entspannung hinterher wahnsinnig groß.“

Die Gleichung ist einfach: Je anstrengender der Sport, desto größer das Wohlfühlen hinterher. Und Boxen ist eine der härtesten Sportarten überhaupt. „Versuchen Sie mal, drei Minuten lang beide Arme in der Luft zu halten. Da sind sie kaputt“, sagt Roland Suttner. Er betreibt die Boxfabrik in München und bietet ebenfalls „White Collar Boxing“ an. “White collar”, weißer Kragen – die Berufskleidung der Manager. Aus den USA kam die Sportart über England nach Europa. Auf der Insel boxen mittlerweile 6000 Manager, in Deutschland einige hundert. Tendenz steigend.


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