Die Aktien des Bösen

Unmoralische Anlagen

Die Aktien des Bösen

Prothese nach Minenexplosion
Geldanlage: Minenopfer mit Prothese

Durch Landminen verlieren jährlich zehntausende Menschen Hände, Beine, das Leben. Ein tödliches Geschäft – von dem man an der Börse profitieren kann. Waffen-, Glücksspiel- und Alkohol-Aktien sind die bösen Alternativen von Ethik- und Öko-Fonds. Sie bringen konstant gute Renditen. Ein Grund, unethisch anzulegen?

Der Börsen-Beelzebub heißt Dan Ahrens (41) kommt aus Dallas und steht dem „Vice Fund“ vor. Die jährliche Rendite des Fonds seit Auflegung im Jahr 2002 beträgt 11,4 %. Der breite US-Aktienindex S&P 500 machte in dem Zeitraum gerade mal 6,6 %.

„Das Prinzip ist einfach. Seit Jahrtausenden bekriegen sich die Menschen, sie trinken, sie rauchen und sie spielen“, erklärt Fondsmanager Ahrens. Für Nachfrage nach bösen Produkten ist also gesorgt.

Das Portfolio des Fonds liest sich wie das Google-Ergebnis zur Suche nach „tödliche Produkte“ : Zigarettenkonzern Altria (7,69 %), Flugzeug- und Rüstungsfirma Boeing (5,14 %), Bierhersteller Heineken (4,89 %). Der große Vorteil dieses Depots liegt in seiner Stabilität in Krisenzeiten. Die Nachfrage nach Produkten, die die niederen Instinkte bedienen ist krisenfest.

Und von großen Krisen profitieren einige Branchen sogar. So legten viele Waffen-Aktien in den Monaten nach dem 11. September kräftig zu.

Gegengewicht zu Ethikfonds

Die Idee für diesen Hades der Wertpapiere kam Ahrens durch Trend-Analysen der ethischen Fonds – also solchen, die es vermeiden in Unternehmen zu investieren, die im weitesten Sinne an Rüstung, Gentechnik und Glückspiel verdienen.

In diesen Fonds liegen die Aktien von Windanlagenbauern, Solarkonzernen und Unternehmen, die soziale Verantwortung ernst nehmen.

Diese sauberen Fonds profitieren momentan vom Medienfokus auf das Thema Klimawandel und können zweistellige jährliche Renditen einfahren. Ihre Krisenfestigkeit müssen sie aber erst noch beweisen.

Mindesteinlage für den Einstieg beim „Vice Fund“: 4000 $. Allerdings wird er in Deutschland und Österreich nicht vertrieben, sondern nur direkt in den USA. Will man hier in anrüchige Aktien investieren, kommt nur ein Kauf der einzelnen Papiere in Frage. Die Auswahl ist groß.


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