Schrumpf-Faktor Stundenlohn

Job-Vergleich

Schrumpf-Faktor Stundenlohn


Lohn: Ärzte verdienen bescheiden

Das Grundgehalt ist ansehnlich. Aber die langen Arbeitszeiten reduzieren den Stundenlohn. Phase3 nahm drei Berufe in Augenschein, bei denen die Diskrepanz zwischen Arbeitszeit und Gehalt dramatisch ist: Lehrer, Arzt und Journalist.

Jessica W. (29) ist Mutter. Das ist der Grund, warum sie den Job an der Staatsoper Hannover verloren hat. Erst die Schwangerschaft, dann der neue Intendant. Jetzt ist sie Aushilfslehrerin an einer Grundschule – eine Tätigkeit, die weitaus lukrativer ist, als der Job beim Theater.

„Das ist nicht mein Traumjob“, sagt Jessica. Aber für 19 Stunden Arbeit 1000 netto zu verdienen, ist schon ok. Da hatte ich in meinem alten Job nicht viel mehr. Dazu kommen die Ferien. Und mein Kind sehe ich auch aufwachsen.“ Stundenlohn (ohne Unterrichtsvorbereitung): 52 Euro.

Die Gründung einer Familie kann sich Stefan B. (32) erst gar nicht leisten – schon zeitlich. Der Hamburger Assistenzarzt hat genau einen Tag pro Woche frei, hangelt sich ansonsten von 12-Stunden-Tag zu Bereitschaftsdienst und umgekehrt. „Wenn ich frei brauche, muss ich das ein halbes Jahr vorher anmelden.“ Im Grunde hat er nicht mal die Zeit, ein Kind zu zeugen.

Ärzte und Journalisten kommen schlechter weg

Aber der Krankenhausarzt ist ja Idealist, will Menschen helfen. „Noch zumindest, aber lange mache ich das auch nicht mehr mit.“ Und mit den 2500 Euro netto ließe es sich sogar gut leben – wenn er nur die Zeit hätte, auch nur einen Bruchteil davon auszugeben. Stundenlohn: 36 Euro.

Journalist Tom T. (27) steht irgendwo dazwischen. 2800 Euro brutto hat er am Ende des Monats in der Tasche, also etwa 1700 netto. Der Münchner: „Zumindest für den Anfang ist das doch ganz gut. Allerdings klotze ich auch ganz schön ran.“ 12-Stunden-Tage und Nachtdienste in der Redaktion sind die Regel. Stundenlohn: 34 Euro.


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