Gottes achter Tag

Berliner baut virtuelle Welt

Gottes achter Tag


Wohnungsbesichtigung mit
Freunden in der virtuellen Welt

Das Unternehmen Metaversum plant nicht weniger als die Erschaffung einer ganzen virtuellen Welt. „Twinity“ heißt das deutsche Second Life. Was wird anders, was besser als beim amerikanischen Vorbild? Phase3 hat den Berlinern über die Schulter geschaut.

Zukunftsmusik: Das US-Technologieforschungs-Institut Gardner erwartet, dass sich im Jahr 2011 unglaubliche 80 Prozent aller Internetnutzer mit eigenen Avataren (virtuelle Stellvertreter einer echten Person) in Online-3D-Welten bewegen. Wie das funktioniert, hat „Second Life“ vorgemacht.

Jetzt legt ein deutsches Unternehmen nach: Das Berliner Start-up Metaversum plant die virtuelle Welt „Twinity“.

Seit Sommer 2006 arbeiten 60 Mitarbeiter an dem Projekt. „Mit Twinity wollen wir die spannendsten Online-Trends zu einer virtuellen Welt zusammenfügen, die von Menschen genutzt wird, um ihr reales Leben zu verbessern anstatt ihm zu entfliehen“, erklärt Metaversum-Geschäftsführer Jochen Hummel.

Nicht besser, anders!

Den großen Unterschied zum US-Konkurrenten Second Life sehen die Firmengründer in der Realitätsnähe: „Wir wollen nicht besser sein als Second Life, sondern anders. Unser 3D-Portal soll kein überwiegendes Fantasiewerk sein – wir wollen es stark mit dem echten Leben verknüpfen“, sagt Marketing-Vorstand Dr. Mirko Caspar Phase3.

Genaue Details werden jedoch noch streng geheim gehalten. Ein Blick in die Beta-Version des Produkts wird Phase3 nicht gewährt. Offen gelegt werden lediglich die grundlegenden Infos: Wie beim Vorbild Second Life muss sich der Nutzer zunächst eine Software (Client) herunterladen und installieren. Dann erstellt er seinen Avatar und bewegt sich in der virtuellen Welt. Punkt! Wie die dann aussieht? Kein Kommentar!

Kein digitaler Maskenball


Die Twinity-Avatare wirken
“echter” als bei Second Life

„Einen weiteren digitalen Maskenball zu kreieren, ist nicht unser Ziel. Uns geht es um eine Community mit echten Menschen, die in Twinity beispielsweise auch reale Geschäfte machen können“, so Hummel ergänzend.

„Wir bereichern das echte Leben virtuell“ ist das Credo von Metaversum. Phase3 sieht das Virtuelle-Welt-Szenario eher skeptisch. Ob bei unseren Enkeln der künstliche Avatar tatsächlich zum reellen Leben dazu gehört, muss noch bewiesen werden. Wenn ja, dann entsteht eventuell tatsächlich ein riesiger neuer Markt für alle Produzenten von Lifestyle-, Unterhaltungs- aber auch Sicherheits- und und Erziehungs-Produkten. Dass Twinity diese Tendenz kraftvoll anschiebt, konnte Metaversum Phase3 nicht eindrucksvoll belegen. Die Ideen sind da, die Umsetzung (noch) nicht. Wann Twinity online geht, steht noch nicht fest.

 

Twinity contra Second Life

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