Legale Lebenslügen

Bewerbungstipps

Legale Lebenslügen


Auf Jobsuche: Tony Curtis und Jack
Lemmon in “Manche mögen’s heiß”

Du sollst zwar nicht lügen. Die Job-Suche ist aber schon schlimm genug, so dass es selbst das Arbeitsrecht mit diesem Gebot im Bewerbungsgespräch nicht so genau nimmt – manchmal jedenfalls.

Schweiß auf der Stirn, trockener Mund und ein nervöses Grinsen im Gesicht. Das Bewerbungsgespräch macht ungefähr so viel Spaß wie ein Besuch beim Zahnarzt. Doch wir müssen nicht alles preisgegeben, was wir im Lebenslauf so mühevoll umgangen haben.

Unzulässig sind grundsätzlich Fragen nach:

  • der Gewerkschaftszugehörigkeit,
  • Heiratsabsichten oder Kinderwunsch,
  • der Nichtrauchereigenschaft,
  • nach der Religionszugehörigkeit

    Das heißt: Selbst wer voller Überzeugung auf die Frage einer bestehenden Schwangerschaft mit „Nein“ antwortet, obwohl sich der Bauch schon auffällig nach vorne wölbt, den kann der Arbeitgeber später nicht kündigen. Auch nach der Probezeit, darf er die Weiterbeschäftigung nicht aus diesem Grunde ablehnen. Ausnahme: der Job lässt es nicht anders zu. Ein schwangeres Model ist ungeeignet, sofern der Arbeitgeber nicht Fesch & Pfundig heißt.

    Zulässig sind jedoch Fragen nach:

  • einer Alkohol- oder Drogenabhängigkeit,
  • dem beruflichen Werdegang,
  • der Versetzungsbereitschaft,
  • ansteckenden Krankheiten

    Wer bei diesen Fragen lügt, muss damit rechnen, dass der Arbeitsvertrag im Nachhinein angefochten wird. Der Arbeitgeber kann das innerhalb eines Jahres tun. Das Jobverhältnis würde dann mit sogenannter Jetztwirkung aufgehoben.
    Den Mutigen unter uns steht es natürlich frei, trotzdem zu bluffen. Sie sollten nur versuchen, nicht aufzufliegen. Wahrscheinlich ist das aber genauso schweißtreibend wie das Bewerbungsgespräch an sich.



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